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I can imagine to work for … NOT

„I can imagine to work for Bayern“ … als Pep Guardiola damals in der Pause des Audi Cups sein Interesse bei den Bayern Bossen bekundete, war das sicherlich ein großes Kompliment des Star Trainers an den deutschen Rekordmeister. Uli Hoeneß sagte damals „Ich glaube, er hat bei uns auf sehr viel Geld verzichtet. Aber deswegen wird er jetzt sicher nicht zum Sozialfall. Es hat mir unheimlich gefallen, dass dies eigentlich kein Thema war und die Sache hätte verhindern können“

Und wer Pep an der Seitenlinie erlebt hat, kann dieser Aussage wohl Glauben schenken. Den Katalane charakterisieren vor allem seine Emotionen und absolute Begeisterung für sein Fachgebiet. Es geht um ein Gefühl. Es geht um die Vorstellung all seine Energie und Leidenschaft in etwas zu investieren. Es geht um mehr als nur einen Job mit guter Bezahlung, internationalen Perspektiven, ein tolles Team, blablabla… Es geht um einen neuen Lebensabschnitt.

Beim Spanier waren es am Ende drei Jahre. Die Entscheidung 2013 für den FCB zu arbeiten fiel dabei nicht nur aufgrund des Clubs. Er folgte auch den Schwärmereien seines Freundes Raul von vollen Stadien, der wirtschaftlichen Strahlkraft der Deutschen, der Neugier Angela Merkel, die Kunst, die Menschen zu erleben.

„Ich weiß, dass er schon seit August alle Bundesliga-Spiele von Bayern in voller Länge angeschaut und auch analysiert hat. Als ich mich mit ihm getroffen habe, konnte er mir über jeden einzelnen unserer Spieler schon große Einzelheiten erklären“. (Uli Hoeneß)

Was für Guardiola gilt, gilt auch für jeden anderen Jobsuchenden. Kann ich mir vorstellen hier zu arbeiten? Hier die nächsten Jahre meines Lebens zu verbringen? 40+ Stunden die Woche??

Doch wie kann man dieses Gefühl vermitteln, wenn man nicht zweimal pro Woche 90 Minuten Leidenschaft live und international präsentieren kann. Für viele Unternehmen liegt die Antwort in Employer Branding Image-Videos. Sicherlich eine gute Variante, denn Bewegtbild transportiert Emotion – in allen Zielgruppen. Blockbuster. Hollywood. Oscars.

Leider tragen Recruiting-Filme viel zu oft das Prädikat „Goldene Himbeere“. Für mich nicht wegen der Qualität der Umsetzung, sondern vielmehr aus dem Versuch heraus Werte, Motive, Errungenschaften, oder andere austauschbare Floskeln in den Mund von Mitarbeitern zu legen, die natürlich keine Schauspieler sind, aber sich in selbiger Situation wiederfinden. Das merkt die Zielgruppe natürlich. Überzeugen geht anders. Hier ein aktuelles und gutes Beispiel der australischen Regierung. Ein echter Game Changer;)

 

Dabei wissen Unternehmen, Marketing-Verantwortliche, HRler, Employer Branding Agenturen, dass die Wahrheit eigentlich eine andere ist. Warum scheitern dann so viele Unternehmen beim Versuch Begeisterung zu transportieren? Meiner Erfahrung nach verhindert die Unternehmenspolitik, als Ergebnis fehlender Abstimmung, das Meiste. Echte Menschen mit eigener Meinung, Formulierung und Perspektive zu zeigen ist mutig. Wenn nicht alle Stakeholder von Beginn beteiligt sind, die Zielsetzung des Clips nicht kennen, ist es schwierig mit etwas authentischen intern zu überzeugen. Was soll Corporate Communication auch sagen, wenn die Guidelines nicht eingehalten wurden. Wie soll ein Vorstand reagieren, wenn die strategische Ausrichtung nicht 100% korrekt wiedergegeben wird. Und was ist eigentlich mit den ganzen „Buzzwords“ die fehlen, aber so mühsam für die neue EVP eruiert und definiert wurden. Ein schlechter Kompromiss zwischen 3-10 Minuten ist dann häufig das Ergebnis. Irgendwie verständlich. Allerdings nicht zielführend.

 

Meine Empfehlung:

  1. Early stakeholdering. Setzt klare Ziele und geht in die Abstimmung mit allen Anspruchsgruppen. Employer Branding hat zu viele Schnittstellen, ist zu komplex, zu wichtig. Unternehmenspolitik ist nicht der Feind, fehlende Kommunikation aber ein Stolperstein.
  2. Keine „Schauspieler“. Findet Mitarbeiter in eurem Unternehmen, die ihren Job und ihren Arbeitgeber lieben. Echte Begeisterung erzeugt echte Emotionen. Emotionen differenzieren und sind der Schlüssel … „I can imagine to work for …“ 😉
  3. Buzzwords sind Bullshit. Die (Employer) Brand ist was eure Mitarbeiter sagen, nicht was definiert wurde (idealerweise gibt es da keinen Unterschied). Wenn doch, korrigiert die Definition, nicht eure Mitarbeiter („diese Aussagen müssen wir rausschneiden, weil …).
  4. Reflektion. Letzte Instanz für die Freigabe des Employer Branding Films sollten nicht die Stakeholder sein. Erst wenn die eigenen Mitarbeiter sich wiederkennen, ist der Film authentisch und bereit für die Leinwand.

 

Hier noch ein letztes Beispiel. Diesmal ein gelungenes, aus einer Zeit bevor Employer Branding komplex und fancy wurde. 

 

Im Rahmen des World Employer Branding Day 2017 in Budapest am 27. April, küren die Golden Clip Awards übrigens die besten Employer Branding Videos. Bin gespannt:)

 

 

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